Stadtrundgänge & Touren. Sie haben wenig Zeit, müde Beine, und es regnet? Besichtigen Sie Wien vom Fensterplatz aus! Die Straßenbahnlinie 1 verbindet Top-Sehenswürdigkeiten in sechs Bezirken.

Quelle: Stadt Wien – ViennaGIS, MA 41, BEV
- Karlsplatz 1
- Staastoper 2
- Burggarten 3
- Kunsthistorisches Museum 4
- Naturhistorisches Museum 5
- Heldenplatz (Hofburg) 6
- Volksgarten 7
- Parlament 8
- Rathaus 9
- Burgtheater 10
- Universität 11
- Votivkirche 12
- Börse 13
- Ringturm 14
- Ruprechtskirche 15
- Schwedenplatz 16
- Urania Sternwarte 17
- Hundertwasserhaus 18
- Prater Hauptallee 19
- Riesenrad 20
- U1,U2 Praterstern U1 U2
An Werktagen verkehren die Züge auf der Strecke gewöhnlich alle fünf Minuten, in den Sommermonaten alle acht Minuten, abends und am Wochenende im Zehn-Minuten-Intervall. Ein Einzelfahrschein kostet für Erwachsene im Vorverkauf € 1,80, weitere Fahrscheine sind im Artikel „Öffentliche Verkehrsmittel“ beschrieben.
Ringstraße

Die Staatsoper
Das „Erste Haus am Ring“, die Staatsoper, zählt bis heute zu den führenden Opernhäuser der Welt. Die Erbauer Siccardsburg und Van der Nüll wurden jedoch stark kritisiert, man verglich den Monumentalbau mit einem Bahnhof. Die Eröffnung der Staatsoper 1869 mit Mozarts „Don Giovanni“ erlebten beide nicht. 1955 konnte das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Opernhaus wiedereröffnet werden. Der jährlich im Fasching stattfindende Opernball gilt gesellschaftlicher Höhepunkt der Ballsaison.
Weiter geht es vorbei am Hotel Le Meridien und sehen auf der linken Seite das Schillderdenkmal sowie die dahinter liegende Akademie der bildenden Künste, rechts befindet sich das Denkmal von Goethe.

Palmenhaus im Burggarten

Mozart im Burggarten
An dieser Stelle beginnt auch der Burggarten, welcher das Palmen- und Schmetterlingshaus beherbergt. Heute befindet sich darin neben tropischen Pflanzen und Schmetterlingen auch ein Café-Restaurant. Der Park selbst wurde 1816–1819 unter Anordnung Kaiser Franz II. angelegt und vermitteln vor allem durch den Teich den Eindruck einer natürlichen Landschaft. 100 Jahre nach seiner Eröffnung wurde der Park öffentlich zugänglich und kurzzeitig in Garten der Republik und später in Burggarten umbenannt. Die Anlage beherbergt außerdem Denkämler von Mozart sowie Kaiser Franz Stephan von Lothringen und Kaiser Franz Joseph.
Wir halten an der Station Burgring, von wo aus wir auf der linken Seite bereits das Kunsthistorische Museum und das Naturhistorische Museum sehen können. Die beiden 1871-1881 im Stil des Historismus errichteten monumentalen Zwillingsbauten stehen einander gegenüber und bilden so ein symmetrisches Gesamtbild. Die von den Architekten Semper und Hasenauer erbauten Museen beherbergen Sammlungen von Weltruhm. Zwischen den beiden Mussen und somit im Zentrum des gesamten Komplexes befindet sich die auf einem hohen Sockel thronende Figur der Kaiserin Maria Theresia.
Gegenüber dem Maria-Theresien-Denkmal bildet das monumentale Burgtor die Zufahrt auf einen der schönsten Plätze weltweit, dem Heldenplatz. Er wird von den Repräsentativbauten der Neuen Hofburg und der Nationalbibliothek umgeben. Ursprünglich als Paradeplatz genutzt, verdankt er seinen Namen den beiden Reiterstandbilder von Erzherzog Karl und Prinz Eugen, welche in Schachten gegen Napoleon bzw. die Türken als Helden hervorgingen. 1848 barch hier die Revolution aus und 1938 verkündete Hitler den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich.

Palas Athene vorm Parlament
Angrenzend an den Heldenplatz beginnt der Volksgarten. Der Park entstand in den Jahren 1819-1823 an der Stelle des ehemaligen Stadtgrabens. Inmitten des Gartens befindet sich der Theseustempel, eine Nachbildung des Theseions von Athen. In zwei ruhigen Ecken haben Grillparzer und Kaiserin Elisabeth ihre Denkmäler. Heute ist vor allem der Rosengarten ein beliebter Erholungsort, außerdem befidnet sich hier die bekannte Szenediscothek Volksgarten.
Über den Dr-Karl-Renner-Ring geht es nun vorbei am Parlament. Der 1873-1883 errichtete Bau ist sowohl Sitz des National- als auch des Bundesrats. Mit seinen antiken Formen wollte Erbauer Theophil Hansen einen Bezug zwischen dem Hohen Haus und dem Ursprung der Demokratie, Griechenland herstellen. Vor der Hauptrampe des Parlaments trohnt die Pallas Athene, die Göttin der Weisheit.

Das Wiener Rathaus
Bürgermeister sowie Stadt- und Landesregierung residieren im benachtbartem Rathaus. Das Gebäude wurde von 1872–1883 nach den Plänen Friedrich Schmidts erbaut und ist ein herausragendes Beispiel für einen neugotsichen Profanbau. Auf der Spitze des 105 Meter hohe Turms steht der Rathausmann, eine 3,5 Meter hohe eiserne Figur. Der davor liegende Rathausplatz wird das ganze Jahr über für Veranstaltungen genutzt. Alljährlich findet im Juli und August das Filmfestival statt, während zur Vorweihnachtszeit der traditionelle Christkindlmarkt eröffnet und die Fassade des Rathaus sich in einen riesigen Adventskalender verwandelt. Weitere Highlights sind der Eistraum, die Wiener Festwochen und der Life-Ball.

Das Wiener Burgtheater gilt seit 1748 als eine der bedeutendsten Bühnen Europas.

Traditionscafé Landtmann
Gegenüber dem Rathaus sehen wir das 1888 eröffnete Burgtheater. Den beiden Architekten fiel es sehr schwer, ihre Vorstellungen zu vereinen, stand Semper doch für kühle Sachlichkeit, so wollte Hasenauer ein reichlich dekorieteres Haus. Im Krieg kam es zu schweren Schäden am Burgtheater, sodass der Spielbetrieb erst 1955 wieder aufgenommen werden konnte.

Hauptuni am Ring
Weiter geht die Fahrt vorbei am berühmten Café Landtmann, dem Treffpunkt von Politikern und Theaterleuten,
Richtung Schottentor. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sehen wir das Hauptgebäude der Universität Wien.Das Gebäude wurde 1884 im Stil eines Renaissance-Schlosses fertiggetsellt, sein Erbauer Heinrich von Ferstel erlebte die Eröffnung nicht. Die Wiener Uni wurde übrigens schon 1365 ins Leben gerufen und ist damit die älteste deutschsprachige Universität.
Wir sind jetzt an der Station Schottentor angekommen, das Tor selbst wurde jedoch bereits bei der Schleifung der Stadtmauern 1860 abgetragen, der Name blieb aber erhalten. Der Platz gilt heute als wichtiger Verkehrsknoten, eine Ebene unter dem Ring halten zahlreiche Straßenbahnlinien. Die von oben gut sichtbare Wendeschleife wird von den Wienern liebevoll Jonasreindl. Dahinter liegt die neugotischen Votivkirche, mit deren Errichtung Kaiser Franz Joseph I. an ein fehlgeschlagenes Attentat gedachte.
An der Station Wipplingerstraße liegt auf der rechten Seite das Gebäude der ehemaligen Börse. Das von Theophil von Hansen in den Jahren 1874-1877 errichtete Haus zeichnet sich vor allem durch seine exquisite Innenausstattung aus. 1956 brannte das Gebäude komplett aus, der Börsesaal mit seiner kunstvollen Decke wurde dabei völlig vernichtet. Das Gebäude wurde sehr rasch renoviert, wobei die ursprüngliche Form nur teilweise wiederhergestellt wurde. Heute wickelt die Wiener Börse ihre Geschäfte andersorts ab.
Franz-Josephs-Kai
Nachem wir links kurz einen Blick auf die Roßauer Kaserne werfen konnten, verlassen wir die Ringstraße, welche in den Franz-Josephs-Kai mündet. Diese Uferstraße entlang des Donaukanals konnte nach Schleifung der Stadtmauern im Mai 1858 eröffnet werden. An der Ecke Schottenring/ Franz-Josephs-Kai, befindet sich ein markantes Hochhaus, der Ringturm. Das 93 Meter hohe Gebäude galt als Symbol für den Wiederaufbau der Stadt. Am Dach des Gebäudes befindet sich ein Wetterleuchtturm, der anhand von verschienden Farbkombinationen das Wetter für den kommenden Tag anzeigt.
Auf der gegenüberliegenden Uferseite des Donaukanals sehen wir bald die Zentrale der OPEC (Organisation erdölexportierender Länder), welche seit 1965 Ihren Sitz in Wien hat.
Kurz nach der Station Salztorbrücke blicken wir in Fahrrichtung rechts und sehen eine der ältesten Kirchen Wiens, die Ruprechtskirche. Vom Kai aus führt eine Treppe hinauf zum Eingang der Kirche, auf dem Gebiet des ehemaligen römischen Vindobonas. Der Legende nach wurde das Gotteshaus bereits im Jahre 740 gegründet. Die Keimzelle Wiens mit dem ersten Markt der Stadt, dem Kienmarkt, lagen direkt neben der Kirche.
Direkt neben der Ruprechtskirche befand sich das kaiserliche Salzamt. Das auf den Schiffen über die Donau gelieferte Salz wurde beim Salzgries abgeladen, von dort aus brachten es die Salzer (oder auch Griesler gennant) in die Stadt. Die wienerische Bezeichnung „Greißler“ für einen kleinen Lebensmittelhändler stammt aus dieser Zeit. Wegen des 1824 eingeführten Salzfreihandels wurde das Salzamt aufgelöst.
Das Viertel zwsichen dem Ruprechtsplatz, der dahinter liegenden Judengasse und dem Rabensteig ist heute als Lokal- und Szeneviertel unter dem Namen Bermudadreieck bekannt. Das Gebiet zählt zu den ältesten Stadtteilen Wiens, im 20. Jahrhundert waren vor allem jüdische Händler ansässig.
Wir sind nun am Schwedenplatz angekommen. Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts befand sich an dieser Stelle der ehemaligen Stadtmauer das Rotenturmtor, die Rotenturmstraße führt auch heute noch vom Schwedenplatz Richtung Stephansdom.
Auf der gegenüber liegenden Seite des Donaukanals befindet sich der neu errichtete UNIQA Tower, weitere Hochhäuser entlang des Wasser werden hier in den nächsten Jahren entstehen. Am Schwedenplatz befindet sich außerdem die Anlegestelle der Schiff-Rundfahrten sowie des Twin-City-Liners nach Bratislava.

Urania Sternwarte

Das Hundertwasserhaus
Weiter geht es vom Schwedenplatz Richtung Osten. An der Station Julius-Raab-Platz können wir die weiße Urania Sternwarte sehen. Sie wurde 1910 von Max Fabiani erbaut und beherbergt heute außerdem ein Kino.
Prater Hauptallee

Mit der Liliputbahn zum Riesenrad
Nach einer halben Stunde Fahrzteit erreichen wir die Endstelle Prater Hauptallee. Bleiben Sie im Wagen sitzen, kommen Sie direkt ins Stadzentrum retour. Wir empfehlen Ihnen jedoch bei schönem Wetter, die Rundfahrt mit dem Besuch es Praters zu kombinieren. Über die Prater Hauptallee gelangen Sie in etwa 20 Minuten zu den Attraktionen des Vergnügungsparks. Oder nehmen Sie einfach den Zug der Prater Liliputbahn (Betrieb von Mai bis Oktober, ca. alle 30 Min, Stat. Rotunde zur Minute 15 und 45), welche Sie direkt zum Riesenrad bringt.
Im Süden: Wiedner Hauptstraße, Knöllgasse

Richtung Süden nach Favoriten
Der Südast der Linie 1 mag touristisch weniger zu bieten haben als der Rest der Route, wir wollen ihn Ihnen dennoch nicht vorenthalten. Ausgangspunkt ist die Station „Kärnter Ring“ vor der Staatsoper. Von hier aus fahren wir stadtauswärts vorbei am Karlsplatz durch die Wiener Hauptstraße Richtung Favoriten.
00 Kärntner Ring, Oper 2,3A,59A,D,U1,U2,U4,WLB
02 Resselgasse
03 Paulanergasse
05 Mayerhofgasse
06 Johann-Strauß-Gasse 13A
07 Laurenzgasse
08 Kliebergasse 18
10 Matzleinsdorfer Platz
14A,6,18,62,WLB
11 Quellenstr./Knöllg. 6
12 Bernhardtstalgasse
13 Neilreichgasse
14 Leebg./Siccardsburgg
12 Davidgasse/Knöllgasse 7A
13 Troststraße/Knöllgasse
15 Windtenstraße
16 Stefan-Fadinger-Platz
Die südliche Endhaltestelle der Linie 1 befindet sich am Wienerberg, im 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten. Der dortige Wasserturm aus dem Jahre 1899 gilt als eines der markantesten Bauwerke im Stil des industriellen Historismus. Zur damlaigen Zeit gab es in Wien ein außerordentlich starkes Bevölkerungswachstum und somit steig auch der Trinkwasserverbrauch erheblich an. Bis 1910 diente der 67 Meter hohe Turm zur Wasserversorgung der höher gelegenen Teile des 10. und 12. Bezirks, danach wurde seine Funktion durch die 2. Hochquellenwasserleitung ersetzt. Um 1990 wurde der Wasserturm von der Stadt generalsaniert. Heute kann er besichtigt werden und bietet von seiner Kuppel, um die auf der Außenseite ein breiter Rundgang führt, einen weiten Ausblick über die Stadt. 10. Bez., Windtenstr. 3; Führungen nach Vereinbarung, ☎ +43 1 59959-31300, ☞ Webcam.
Unweit des Wasserturms, an der Triester Straße gelegen, befindet sich eine markante spätgotische Steinsäule, die Spinnerin am Kreuz. Das sagenumwobene Wahrzeichen wurde Ende des 14. Jahrhunderts errichtet und markierte damals die äußerste Grenze der Wiener Stadtgerichtsbarkeit. In unmittelbarer Nähe befand sich bis ins 19. Jahrhudnert die größte Hinrichtungsstätte Wiens. Die Namensgebung der Steinsäule geht auf eine Sage zurück, in der eine Ehefrau jahrelang an der Stelle auf ihren Mann wartet, während dieser auf einem Kreuzzug ist. Sie spinnt Wolle und mit dem Geld, dass sie dadurch verdient, lässt sie eine Säule erbauen, falls ihr Mann zurückkehr – was auch geschieht.
Schon zur Römerzeit wurden auf dem heutigen Gebiet des Wienerbergs Lehmvorkommen zur Herstellung von Ziegel genutzt. Maria Theresia lies die erste staatliche Ziegelei errichten, welche später zur größten Europas werden sollte. Heinrich Drasche sorgte durch die Ansiedlung der Ziegelindustrie für gewaltigen Aufschwung, Arbeiter aus Böhmen wurden nach Wien geholt, welche unter unvorstellbaren Bedingungen arbeiten mussten. Auch die heute weltweit tätige Ziegelei Wienerberger wurde hier 1819 gegründet. In den 1960er-Jahren wurden die Ziegelwerke stillgelegt, zurück blieb brachliegendes Land und die für den Wienerberg typischen Seen. In den späten 1970er Jahren begann man mit der Umgestaltung des gesamten Areals in ein ggroßes Erholungsgebiet mit zahlreichen Wanderwegen, Spielplätzen, einem Naturbadeplatz und Golfplatz.
1999 begannen die Baurabeiten für die neue Wienerberg City, eine Komplex von zahlreichen Wohn- und Bürohochhäusern rund um einen neu gestalteten See. Wahrzeichen des Wienerbergs wurde dabei der vom Architekten Massimiliano Fuksas geplante Vienna Twin Tower, welcher weithin zu sehen ist.
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