Shoppingparadies

Einkaufen. Ein originelles Mitbringsel für die Freunde zuhause, ein hübsches Erinnerungsstück für sich selbst: Shopping gehört in Wien zum Urlaubsgenuss. Ein Überblick über die attraktivsten Einkaufszonen der Stadt inklusive einiger „Geheimtipps“.

Luxus und Tradition im Zentrum

Im 1. Bezirk – in der „Inneren Stadt“, wie die Wiener und Wienerinnen sagen – ist das Einkaufsangebot besonders groß. Das so genannte „Goldene U“ mit seinen vielen Geschäften besteht aus den drei Straßen Kohlmarkt, Graben und Kärntner Straße und ist Teil der Fußgängerzone im Zentrum. Der Kohlmarkt hat sich in den vergangenen Jahren zu einer echten Luxusmeile entwickelt, auf der Flagshipstores internationaler Brands zu finden sind, von Chanel über Cartier bis zu Louis Vuitton. Mittendrin steht ein Stück altes Wien: der k.u.k. Hofzuckerbäcker Demel mit seinen süßen Verführungen und hinreißenden Schaufenster-Inszenierungen, die von der hohen Kunst des Zuckerbäckerhandwerks zeugen. Ein paar Häuser weiter logiert das nicht minder traditionsreiche „Meinl am Graben“ mit seinem exquisiten Feinkostangebot für Gourmets und Genießer. Am Graben selbst findet man bei Altmann & Kühne feine Pralinen, die in liebevoll gestalteten Schatullen verpackt werden und bei der „Schwäbischen Jungfrau“ exklusive Tisch-, Bett- und Frotteewäsche sowie Daunendecken.

„Zur Schwäbischen Jungfrau“ ist ein ehemaliger k.u.k Hoflieferant. Der Begriff „Kaiserlicher Hoflieferant“ wurde bereits 1782 zum ersten Mal amtlich erwähnt und bezeichnete jene Unternehmen, die auf Grund der hervorragenden Qualität ihrer Produkte den kaiserlichen Hof beliefern durften. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus ein prestigeträchtiger Ehrentitel und ein Gütesiegel erster Klasse, das über 500 Unternehmer führen durften. Den Hof gibt es in Wien zwar schon lange nicht mehr, die Bezeichnung k.u.k. Hoflieferant bürgt aber immer noch für beste Qualität. Ein paar Beispiele? Das Textil- und Einrichtungshaus Backhausen mit seinen Wiener-Werkstätte-Textilien, der noble Glas- und Lusterfabrikant Lobmeyr, die Juweliere Köchert, Rozet & Fischmeister und Anton Heldwein, das elegante Herrenmodegeschäft Knize & Comp., der einstige k.u.k. Hofparfumeur J. B. Filz, der Traditionsschuhmacher Rudolf Scheer & Söhne, das Hotel Sacher mit der Original Sachertorte: Sie alle findet man auch noch heute im 1. Bezirk.

Tradition verpflichtet eben. Es ist kein Zufall, dass zahlreiche Antiquitätengeschäfte ihren Standort im 1. Bezirk haben. Sie logieren in den Seitengassen des Grabens, in der Dorotheergasse, der Stallburggasse, der Bräunerstraße und der Spiegelgasse und präsentieren Barockschränke, Renaissance-Truhen, edle Teppiche und kostbare Uhren, Gemälde, Porzellan und antiken Schmuck. Im Antiquariat des Musikhauses Doblinger lagern tatsächlich noch Erstdrucke der Wiener Klassik, und das Auktionshaus Dorotheum ist sowieso ein wahres Mekka für Liebhaber schöner alter Stücke – und eines der größten Auktionshäuser der Welt.

Die Innere Stadt kann aber nicht nur mit Traditionellem aufwarten. Wer auf der Suche nach internationaler Designermode ist, wird z.B. bei Firis, Chegini, 2006FEB01, Kasha oder Sternlite fündig, wo schöne Stücke von Dries van Noten, Marc Jacobs, Stella McCartney, Miu Miu und vielen Anderen vorrätig sind. Auch einige Wiener Designer haben in der Innenstadt ihren Shop, wie etwa die ModemacherInnen Michel Mayer und Schella Kann, Mühlbauer mit trendigen Hüten aus eigener Produktion und internationalen Modebrands, der Accessoire-Spezialist Robert Horn oder der Edel-Schuhmacher Ludwig Reiter.

Auf der Kärntner Straße steht eines der wenigen Kaufhäuser Wiens, im „Steffl“ gibt es auf mehreren Etagen Mode, Parfümerie und Accessoires, und in den nahe gelegenen Ringstraßen-Galerien ein weitläufiges, überdachtes Einkaufsparadies.

Mariahilfer Straße

Auf der Mariahilfer Straße ließ sich einst Kaiser Franz Joseph von der Hofburg nach Schönbrunn und wieder retour kutschieren. Die knapp zwei Kilometer lange Verbindung zwischen der Ringstraße und dem Gürtel, auf deren Mitte die Grenze zwischen 6. und 7. Bezirk verläuft, ist heute Wiens Shoppingboulevard Nummer 1. An der großzügig angelegten Straße mit ihren breiten Gehsteigen haben sich hunderte Geschäfte und Flagshipstores internationaler Marken angesiedelt, vor allem aus dem Bereich Mode, Schuhe, Accessoires und Inneneinrichtung. Dazu kommt ein umfangreiches Gastronomieangebot mit Cafés, Eissalons, Fast-Food-Lokalen und Pizzerien. Auch das eine oder andere Stück Tradition hat sich erhalten, etwa das altehrwürdige Geschäft von Walter Weiss, in dem sich so gut wie alles zum Schönsein findet – vom Kamm über den Rasierpinsel bis zum Spiegel.

Ein Abstecher vom Mainstream-Shopping lohnt sich auf jeden Fall. Im Viertel links der Mariahilfer Straße stadtauswärts gesehen hat sich in der Gumpendorfer Straße im 6. Bezirk eine hippe Einkaufszone etabliert. „das möbel“ führt Einrichtungsgegenstände und Wohnaccessoires junger Wiener und internationaler Produktgestalter, bei „Lichterloh“ gibt es Möbel-Ikonen wie den von Le Corbusier entworfenen Liegestuhl LC 4, die „Nachbarin“ setzt auf Mode viel versprechender Newcomer und die „St. Charles Cosmothecary“ offeriert Naturkosmetik vom Feinsten.

Ein noch dichteres Angebot für Individualisten gibt es – stadtauswärts gesehen – rechts von der Mariahilfer Straße, im 7. Bezirk. Dieser Bezirk ist schließlich Wiens Kreativbezirk per se, rund um den Spittelberg mit seinen engen Gassen und revitalisierten Barockbauten haben sich zahlreiche originelle Shops angesiedelt. Ein schönes Beispiel dafür ist die Lindengasse. Hier findet man vor allem Mode und Anverwandtes mit hohem Originalitätsanspruch, vieles davon von jungen Wiener DesignerInnen gestaltet: schöne Ledertaschen bei Ina Kent, Kindermode bei „Buntwäsche“ und bei „Herr und Frau Klein“, feinste Dessous in Sandra Gilles’ „la petite boutique“, individuelle Accessoires bei „Lila Pix“ und handgearbeitete Schmuckunikate bei „Werkprunk“. Gleich ums Eck, im „Studio“ in der Kirchengasse, kann man Mode vom Wiener Öko-Label „Göttin des Glücks“ erstehen, in der Mondscheingasse gibt es bei „Park“ innovative Designerlabel und in der Gutenberggasse Lena Hoscheks witzige Trachten-Interpretationen.

Ein paar Gassen weiter, in der Westbahnstraße, präsentiert sich „be a good girl“ als Friseur-Shop-Konglomerat und „Art Point“ als Mode-Showroom der gebürtigen Russin Lena Kvadrat. In dieses kreative Ambiente fügt sich das MuseumsQuartier perfekt ein. Neben kulturellen und gastronomischen Genüssen offeriert es unter anderem auch den „Lomo Shop“ (mit den russischen Lomo-Kameras) sowie „Combinat“ und „gegenalltag“ mit einer feinen Auswahl junger ModedesignerInnen. Und beim „Musiktank“ kann man sich aktuelle Musik unkompliziert und kostengünstig auf den MP3-Player laden.

Rund um den Naschmarkt

Der größte Markt Wiens ist eine Pflichtadresse für Genießer. Obst und Gemüse, Fisch und Fleisch, Würste und Käse, Gewürze und Gourmet-Essig: Am Naschmarkt gibt es so gut wie nichts, was es nicht gibt – und dazu jede Menge schicker Lokale für den entspannenden kulinarischen Zwischenstopp. Samstags ist auf dem an den Naschmarkt anschließenden Areal Flohmarkt-Zeit, dann offerieren Antiquitätenhändler und Private ihre mehr oder weniger wertvollen Stücke. Wenn man schon in der Gegend ist, empfehlen sich Abstecher in die Nebengassen. Die Schleifmühlgasse hat eine sehr aktive Galerienszene, aber auch gute Shopping-Adressen: hochwertige Vintage-Mode bei „Flo“, puristische Kleidungsdesigns bei „Jutta Pregenzer“, Möbelklassiker des 20. Jahrhunderts bei „Rauminhalt“ und hunderte Kochbücher bei „Babette’s“. Die Kettenbrückengasse am Ende des Naschmarkts hat sich in der jüngsten Zeit gut entwickelt. Hübschen Krimskrams gibt es bei Anna Stein, schöne Retro-Möbel bei „Bananas“, köstliche Desserts und Pralinen bei „Fruth“ und die originellsten Souvenirs der ganzen Stadt bei „WieWien“. Ein kleines Stückchen weiter ist es zum Shop der Designerinnen „Elfenkleid“, und dann kann man auch gleich bei Sandra Heischberger und ihren Porzellan-Entwürfen im „feine dinge“-Geschäft vorbeischauen.

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